der weg

kurz vor dem anstieg zur s-bahn-station lief ich dem feld davon.

nicht, dass ich schneller wurde, aber die anderen marathoniken schienen in einen langsamen dauerlauf verfallen zu sein. keine ahnung, warum.

die sandigen serpentinen zur s-bahn-station brachte ich locker hinter mich.
auf dem bahnsteig begegnete ich jens, der einen businessanzug anstelle seiner laufkleidung trug.
was er hier mache, fragte ich ihn, er müsse doch schon viel weiter vorn sein.
er habe sich im datum geirrt, entgegenete er mir mit wässrigen augen.

traurig, aber egal – ich musste weiter.

vor mir leere, kein einziger läufer außer mir. ich lief an den gleisen entlang, den bahnhof hatte ich längst verlassen. ich drehte mich kurz um, aber das läuferfeld war noch nicht zu sehen.

das wetter war ganz gut, wir hatten glück gehabt. schade nur, dass an diesem streckenabschnitt keine zuschauer waren. doch wie auch? links die bahnschienen, rechts gestrüpp.

ich blickte nach einer weile erneut zurück und begriff plötzlich, warum ich so einsam vor mich hinlief:
inzwischen hatte das feld den bahnsteig erreicht.
aber sie bogen am ende des bahnhofs rechts ab und verschwanden einfach. ich lief entsetzt zurück und wachte auf.

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